Danke für Eure tollen Einsendungen und Ideen. Wir haben einiges von Euch lernen können und freuen uns, eine so tolle Community zu haben. Das sind die fünf Gewinner unserer „Wünsch-dir-dein-Schulbuch-Aktion“:

Lernen als Spiel

“Ich hätte gern eine Abenteuergeschichte. In dieser möchte ich durch eine Welt gehen, in der ich unterschiedlichste Fachbereiche abdecken kann. Zum Beispiel brauche ich Informatikkenntnisse, um durch ein Labyrinth zu kommen (ich muss meine Figur so programmieren, dass sie komplett selbstständig durch das Labyrinth kommt. Erst danach kann ich in meiner Geschichte weiter kommen). Oder mit Hilfe von Chemie kann ich in einem dunklen Zimmer Licht bekommen, indem ich eine einfache Batterie aus zwei unterschiedlichen Metallen und einer Zitrone herstelle. Ich möchte mehr oder minder spielerisch bis zum Abitur kommen, aber auch die Möglichkeit haben etwas nachzulesen und durch Aufgaben zu üben und zu festigen. Dabei dürfen sich allerdings nicht die Aufgaben wiederholen, damit man wirklich selbstständig durch die Welt kommt und sich die Schritte nicht alle von Mitschülern verraten lassen kann.“

Echte Alternative zum herkömmlichen Schulbuch
  1. „echte Alternativen zum Schulbuch (also weit mehr als die PDF-Ausgabe der Print-Version)
  2. Inklusionstauglichkeit (z.B. größere Schrift, Texte als Hörtexte, Untertitel bei Audio-/Videoinhalten usw.)
  3. Schulungsmaterial und gut strukturierte Hilfeangebote für Lehrkräfte“
Zusätzliche Themen

Eine Geschichtslehrerin hat ein komplettes mBook Kapitel geplant inklusive Material und Vorschlägen zur medialer Umsetzung. Thema: Die jüdische Geschichte Dormagens.

Information in Layern

 

“3 Layer sind notwendig:

  1. Layer ist das Basiswissen zum Lernfeld, d.h. jene Informationen, die Bestand haben – vom Verlag gestaltet.
  2. Layer gehört den Pädagog/innen, die Ergänzungen, Erweiterungen, Suchmaschinen, Links, Favoriten, Videos, Weblog und Lessons Learned eingeben können, somit das Buch individuell auf die Klasse abstimmen können. Im Hintergrund soll auch hier die Chance eröffnet werden, dem fächerübergreifenden Prinzip zum Durchbruch zu verhelfen.
  3. Layer ist für Schüler/innen reserviert, die ihre eigenen Fundstücke als Erweiterung einbringen sollen. Auch ein Weblog soll Ihnen dazu helfen, ihren Lernprozess zu verfolgen. Den Schüler/innen soll dabei die Möglichkeit offen stehen, direkt auf Layer 2 (freigegebene Bereiche) zugreifen können und auch an einem gemeinsamen Pool mit anderen Schüler/innen zu partizipieren. Einpflegen ihrer Arbeiten kann als Ersatz für das sogenannte Hausübungsheft ermöglichen. Aus Layer 1, 2 und 3 soll ein Wiki entstehen, das sozusagen ein „klassenbezogenes“ Wikipedia wird – so ist Übersicht gewahrt, kein Unterrichtsfach mehr isoliert, der Netzwerkgedanke und das kollaborative Arbeiten möglich.

Nicht zu vergessen ist die Möglichkeit, eine individuelle Printversion – im Sinne der Nachhaltigkeit – zu generieren.”

 

Alternative Navigation

 

“Zur Navigation durch dieses Buch hätte ich einen Vorschlag. Zusätzlich zu einem „herkömmlichen“ Inhaltsverzeichnis könnte ich mir eine Navigation in x- und y-Richtung auf einem „Zeit-Ozean“ vorstellen. Ich würde mir wünschen, dass man quasi interaktiv durch einen Zeittunnel zu den jeweiligen Ereignissen fliegen kann – ähnlich einem großen Ozean, bei dem links und rechts beim Befahren große Wellen schlagen und in diesen Wellen sieht man kurze Ausschnitte von wichtigen Ereignissen, anhand derer man sich auch orientieren kann. Ne „näher“ man hinein zoomt, desto feiner werden die zeitlichen Knotenpunkte und die geschichtlichen Wellen werden größer. Je weiter man rauszoomt, desto „glatter“ wird insgesamt der Ozean und als Wellen sieht man nur noch die geschichtlich allerwichtigsten Großereignisse (zB innerhalb 20. Jhdt die beiden Weltkriege, Mondlandung, Mauerfall).”

 

Die anderen eingesendeten Vorschlägen findet ihr hier:

Twitter-Integraton

„Eine Twitter-Schnittstelle für Diskussionen für thematische Hashtags (z.T. vorgegeben) um einen digitalen Diskussionsraum für die Urteilsbildung anzubieten, auch als Hausaufgaben-Option nutzbar oder z.B. in Kooperation mit internationalen Partnerklassen 😉 . Dazu vorbereitet formulierte Auswertungsaufgaben für die Chat-Protokolle.“

Echte Multimedialität

“Kein PDF, das wie das Schulbuch aussieht!”

Ein schultaugliches Gerät für digitales Lernen

“Ich wünsche mir einen E-Book Reader für digitales Lernen. Er muss sowohl Barrierefreiheit für Sehbehinderte und blinde gewährleisten. Minimum zweisprachig. Deutsch und Englisch. Zudem muss er über eine schnell Lesesoftware (beispielsweise Spritz) verfügen.”

Technik für Inklusion

“Ich wünsche mir die Dislexie-Schrift.”

Individualisertes Schulbuch

“Ein digitales Schulbuch sollte ein individualisiertes sein, zu Beginn steht eine Lernstandsanalyse (wie ist die Ausgangslage?) idealerweise auch eine Lerntypusanalyse. Auf Basis der gewonnenen Daten und unter Ausnützung der multimedialen Möglichkeiten wird ein digitales individualisiertes Buch geschaffen, dass nur mehr die zu erlernenden Inhalte bereitstellt. Das Tempo wird durch ein Expertensystem gesteuert, je nach Leistungsmöglichkeit des Kindes.
In einem nachfogenden Durchgang müsste das Buch immer dünner werden, weil damit der Lernfortschritt sichtbar wird. Das Buch sollte plattformunabhängig sein und sollte sich auch in Richtung suggestopädisches Lernen entwickeln.”

Einbinden neuer Techniken in analoge Medien

„Spontan fällt mir zu einem multimedialen Buch ein, dass versucht werden sollte, das Digitale mit dem Analogen zu verbinden, etwa ein eBook oder auch ein analoges Buch, welche mit QR-Codes arbeiten, die Informationen leicht übertragen lassen. Bei einem eBook könnte man zB auch Geo-Tags einsetzen oder eine Art AR-Funktion, um zB historische Bauwerke direkt vor Ort besuchen zu können.“

Das multimediale Schulbuch (mBook) wird seit Jahren wissenschaftlich erforscht und kontinuierlich weiter entwickelt. Es wurde inzwischen als „Schulbuch des Jahres“ und mit dem „Deutschen eBook Award“ ausgezeichnet. Das Konzept zum mBook findet ihr unter mbook.institut-für-digitales-lernen.de.

Aber immer noch können die wenigsten Schulen damit arbeiten. Das werden wir ändern. Ab August 2016 wird es auf der Seite mbook.schule eine Version geben, die für alle zugänglich ist. Wie dieses mBook aussehen wird, könnt ihr mitbestimmen. Wir nehmen eure Wünsche ernst und verwirklichen sie.

‚Wünsch dir dein Schulbuch‘ ist ein Projekt des Instituts für digitales Lernen. Wir wollen von euch wissen, was ihr eigentlich von einem multimedialen Geschichtsschulbuch erwartet. Bis September könnt ihr eure persönlichen Vorschläge für das mBook einbringen. Wir werden eure Ideen im Team prüfen und 5 Sieger küren.

Digitale Bildungsrevolution? – Wir fangen einfach mal an.